VfL Pfullingen unterliegt in Neckarrems mit 3:5

Reutlinger General-Anzeiger – 20.9.2021 – Frank Wild

NECKARREMS.Die Analyse von VfL-Vorstandsmitglied Timo Schyska fiel kurz und knapp aus: »Wir kriegen zu einfach unsere Gegentore.« Vor allem auswärts ist dieses Manko der jungen Pfullinger Verbandsliga-Fußballer riesengroß. Nach bereits 14 Treffern fern der Heimat kamen durch das 3:5 (2:2) beim bisherigen Tabellenschlusslicht VfB Neckarrems noch weitere hinzu. Insgesamt musste Keeper Martin Welsch bereits 24 Mal hinter sich greifen. Viel zu viele, um in der Tabelle weiter vorne als auf Platz elf zu stehen.

Schyska sprach etwas frustriert vom »Tag der offenen Tür«. Die junge Mannschaft egalisierte durch Roman Schubmann (32.) und Dervis Erkan (43.) einen Rückstand und ging sogar durch Marcelo Freitas (52.) mit 3:2 in Führung. Diese gaben die Schützlinge von Trainer Daniel Güney aber wieder her, kassierten in 15 Minuten (59., 64., 74.) weitere drei Neckarremser Gegentore. Der VfB durfte damit seinen ersten Saisonsieg feiern.

Schubmanns Treffer zum 2:1 war übrigens das 300. Pfullinger Verbandsliga-Tor. Schyska hatte dafür extra eine Torte organisiert. Zu feiern gab es allerdings logischerweise nichts. (GEA)

LKZ – 20.9.2021 – Autor: Bernd Seib

Fußball-Verbandsliga - Knoten bei Remsern geplatzt

Mit einem 5:3 gegen den VfL Pfullingen hat der VfB Neckarrems den ersten Sieg eingefahren

Remseck. Der Knoten ist geplatzt, bei einem Spieler des VfB Neckarrems jedoch in besonderem Maß: Torjäger Nesreddine Kenniche beendete gegen die Pfullinger endlich seine Flaute und markierte gleich seine ersten drei Tore in dieser Saison. „Vor ein paar Tagen sagte er im Gespräch zu mir: Trainer, wenn ich treffe, dann gewinnen wir auch. Und genau so ist es gekommen“, schmunzelte VfB-Coach Markus Koch nach 90 aufregenden Minuten.

Jeweils auf Zuspiel des ebenfalls bestens aufgelegten Robin Slawig, der am Ende auf vier Torbeteiligungen kam, hatte Kenniche zunächst eine 2:0-Führung herausgeschossen, die man jedoch bis zur Halbzeit nach einem Pfullinger Kunstschuss und einem Elfmeter wieder aus der Hand geben musste. Als die mit viel Energie aus der Kabine kommenden Gäste dann gar etwas glücklich zum 3:2 kamen (52.), schien sich das Unheil dieser bislang so enttäuschenden VfB-Saison plötzlich doch fortzusetzen.

Doch die Neckarremser ließen sich vom Rückstand nicht ins Bockshorn jagen, sondern schlugen zurück: Emanuel McDonald holte mit energischem Einsatz den Elfmeter heraus, den Robin Slawig zum erneuten Ausgleich versenkte (59.). Kurz darauf war es wieder der von Kenniche in Szene gesetzte Slawig, der frei vor dem Torwart eiskalt blieb und überlegt zum umjubelten 4:3 einschob (63.). Die Gäste versuchten in der Folge zwar vieles, wurden aber nur selten gefährlich und boten ihrerseits dem in den zweiten 45 Minuten deutlich zwingender agierenden VfB viele Räume an: McDonalds Kopfball flog noch knapp am verwaisten Tor vorbei (73.), aber nur wenige Sekunden später fing Kenniche einen unsauber gespielten Pfullinger Pass ab und erhöhte nach kurzem Antritt zum 5:3-Endstand (74.).

„Dieser Sieg war überfällig“, atmete Koch auf. Zwar bleibt man mit vier Punkten Tabellenletzter, doch zumindest der Anschluss an die Konkurrenten ist wiederhergestellt.

Neckarrems: Volkert – Bauer, Ahmeti (51. Aslani), Milenkovic, Riedlinger – Slawig, Läubin, Dogansoy, Nkem – Kenniche, McDonald (89. Calemba). – Tore: 1:0, 2:0 Kenniche (19., 25.), 2:1 Schubmann (32.), 2:2 Erkan (43., Elfmeter), 2:3 Freitas (52.), 3:3, 4:3 Slawig (59., Elfmeter, 64.), 5:3 Kenniche (74.).

Heilbronner Stimme - 08. August 2021 - Von Marc Schmerbeck

Hollenbacher Abnutzungskampf im Dauerregen

FSV gewinnt zum Verbandsliga-Auftakt beim VfB Neckarrems knapp mit 1:0. Bereits am Mittwoch geht es mit dem Spiel gegen den TSV Crailsheim weiter.

An den weißen Trikots der Hollenbacher waren deutliche Spuren zu sehen. Der Dauerregen in Neckarrems und der damit tiefe Platz hatten ihren Tribut gefordert. Dreckig, ausgepumpt, aber mit einem Strahlen liefen die Spieler vom Platz, feierten mit lauter Musik in der Kabine. Trainer Martin Kleinschrodt sprach von einem "Abnutzungskampf" in der zweiten Halbzeit. Doch am Ende des Spiels behielt der FSV zum Saisonauftakt die weiße Weste. Mit dem 1:0-Sieg gelang der erhofft positive Einstand in die Verbandsliga-Saison.

Erleichterung nach Auftaktsieg

"1:0, das heißt, wir haben ein Tor mehr geschossen und gewonnen", lautete das erste kurze Fazit des Trainers. Hört sich erstmal nicht begeistert an. Aber es war in erster Linie Erleichterung, die aus Kleinschrodt herausbrach. "Ich finde, die waren besser als letztes Jahr", schickte er ein Kompliment in Richtung VfB Neckarrems. Zum Saisonauftakt der vergangenen Spielzeit gewannen die Hollenbacher an selber Stelle noch mit 4:2. "Ich kann der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Sie hat richtig geackert", sagte Kleinschrodt. Aus diesen Worten lässt sich raushören, dass es kein fußballerischer Leckerbissen war. Vor allem in der zweiten Halbzeit war es ein verbissener Kampf.

FSV erspielt sich zu wenige Chancen

Und so dürfte die Partie dem Trainer einige Aufschlüsse geliefert haben. Die Problemstelle ist die Offensive. Schon gegen den starken Landesligisten SV Kaisersbach tat sich der FSV schwer damit Chancen zu kreieren. Und wenn es Möglichkeiten gab, ließ die Verwertung zu wünschen übrig. So war es auch in Neckarrems. Zu oft werden falsche Entscheidungen getroffen. Der letzte Pass kommt nicht an, teilweise sind die Hollenbacher zu uneigennützig, dann wieder zu eigensinnig - im falschen Moment eben. Noch ist das aber kein Grund zur Besorgnis. Es muss sich nach der langen Pause eben erst wieder alles finden. Zudem fehlte mit Hannes Scherer noch ein angeschlagener Stürmer, der im Zentrum von Noah Krieger - einer für ihn ungewohnten Position - vertreten wurde.

Nach der Anfangsviertelstunde findet Hollenbach ins Spiel

Andererseits ist auf die Defensive Verlass. Der FSV ließ eine klare Möglichkeit nach einem Konter zu. Ein zweites Mal war Neckarrems mit einem Fernschuss gefährlich. Ansonsten fanden die Gastgeber kaum ein Durchkommen. "Arne Schülke hat es heute richtig gut gemacht", lobte Manager Karl-Heinz Sprügel seinen Innenverteidiger.

Zunächst überraschte Neckarrems die Gäste mit ihrem schnellen aggressiven Spiel etwas. Erst nach einer Viertelstunde übernahmen die Hollenbacher dann mehr und mehr die Kontrolle, versuchten Dominanz auszustrahlen. Die erste Gelegenheit hatte Michael Kleinschrodt in der 10. Minute. Doch seinen Schuss aus spitzem Winkel lenkte Torhüter Ruben Volkert zur Ecke. Beim VfB verfehlte Luka Milenkovic (22.) mit einem Fernschuss das Tor nur knapp. Bezeichnend für die erste Halbzeit, in der sich der FSV im gegnerischen Strafraum zu oft verzettelte war der Führungstreffer. Die Kopfball-Abwehr von Milenkovic landete vor den Füßen von Samuel Schmitt (26.), der kurz hochschaute, sich den Ball zurechtlegte und aus 20 Metern passgenau in die Ecke traf.

FSV-Keeper Philipp Hörner verhindert den Auslgeich

Nach der Pause grätschte Lorenz Minder knapp an einer Hereingabe von Noah Krieger vorbei. In der 63. Minute hätte dann der Ausgleich fallen müssen. Nach einem Hollenbacher Freistoß hebelte Neckarrems mit einem schnellen Konter die spärliche Absicherung des FSV aus und Nesreddine Kenniche lief alleine auf Philipp Hörner zu. Der Hollenbacher Torhüter reagierte prima, verhinderte mit einer Fußabwehr das 1:1. Glück für Hollenbach. Danach vergaben noch Minder (73.) und Krieger (76.) ansatzweise Möglichkeiten, bevor die Partie in der Schlussphase zu einem reinen Kampfspiel wurde.

"Nach 90 Minuten bin ich einfach nur froh, dass wir gewonnen haben, sagte Kleinschrodt. Und sein Gegenüber Markus Koch meinte: "Wir haben eine sehr gute Mentalität gezeigt. Solche Platzverhältnisse bieten dem Außenseiter immer Möglichkeiten, den Punkt zu behalten. Wir haben einen guten Kampf geboten, dass es am Ende nicht gereicht hat, ist schade."

Für die Hollenbacher bleibt nun nicht viel Zeit zum Analysieren. Am Mittwoch geht es zu Hause im um eine Woche vorgezogenen Hohenlohe-Derby gegen den TSV Crailsheim bereits wieder weiter. Auch da würde der FSV die weiße Weste gerne behalten. Spuren auf den Trikots würden sie gerne erneut in Kauf nehmen.