26. November 2019 - Schwäbische Zeitung

Nach dem Sieg zum Abschluss der Vorrunde gegen Neckarrems machte der Trainer des SSV Ehingen-Süd, Michael Bochtler, einen zufriedenen Eindruck. Zufrieden über die davor errungenen drei Punkte und erst recht über die Ausbeute seiner Mannschaft in der Hinrunde. 30 Punkte haben die Kirchbierlinger aus 16 Spielen geholt, fast zwei im Schnitt pro Partie. Acht Siege stehen in der Bilanz und nur zwei Niederlagen – es war die beste Vorrunde von Süd, seit der Verein der Verbandsliga angehört. Platz drei belegt die Mannschaft, punktgleich mit dem Tabellenzweiten Hollenbach. Hinter diesem Duo klafft seit Samstag eine kleine Lücke, die Mannschaften auf den Plätzen vier, fünf und sechs haben fünf Punkte weniger.                                                                                                                                                  Um auf eine solche Bilanz zu kommen, muss eine Mannschaft viel investieren. Denn leichte Spiele gibt es im Verbandsoberhaus nicht, auch nicht gegen abstiegsgefährdete Mannschaften wie eine Woche zuvor Wangen, als der SSV ein 1:1 erzielte, und zuletzt beim 2:0 gegen den VfB Neckarrems. VfB-Trainer Markus Koch haderte mit der Niederlage, denn Chancen zu einem besseren Ergebnis waren da – bis zum Schluss. In der dritten Minute der Nachspielzeit, es stand noch 1:0 für Süd, traf der Neckarremser Carmine Pescione den Innenpfosten, von wo aus der Ball nicht ins Tor prallte, sondern ins Feld zurücksprang. Nur Zentimeter fehlten. Im Gegenzug schoss der Gastgeber das 2:0.                                                „So ist es, wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu“, fühlte SSV-Coach Bochtler ein wenig mit seinem geschlagenen VfB-Kollegen mit, der enttäuscht die neuerliche Niederlage verarbeiten musste. Dabei hatte seine Mannschaft nicht schlecht gespielt, betont defensiv zwar, aber einzelne Chancen, auch hochkarätige, boten sich im Laufe des Spieles doch. Aber die Gäste nutzten sie nicht.

Anders als der SSV Ehingen-Süd, der sich zu einer Verbandsliga-Spitzenmannschaft entwickelt hat. Süd tat sich gegen die kompakte Deckung von Neckarrems sehr schwer. Trainer Bochtler veränderte im laufenden Betrieb mehrmals sein System, stellte auf zwei Stürmer um, auf drei Stürmer, auf zwei offensive Mittelfeldspieler – „aber da haben wir uns selbst die Räume etwas zugemacht“, so Bochtler. Anders als zwei Wochen zuvor beim ebenfalls 2:0 gewonnenen Spiel gegen Tübingen erspielte sich Süd gegen Neckarrems lange Zeit kaum Möglichkeiten. Aber als Türöffner bieten sich auch Freistöße und Eckbälle an und da hat der SSV dank Spielern wie Timo Barwan große Qualitäten. „Wir wussten, dass der Gegner bei Standardsituationen stark ist“, hatte VfB-Trainer Koch seine Spieler eingestellt. Und doch brachte eine Ecke in der 83. Minute das 1:0, Stefan Hess traf. Für Hess war es das erste Saisontor, aber insgesamt schon der sechste Treffer eines Süd-Verteidigers in dieser Saison – fast alle nach Eckbällen oder Freistoßflanken.                                                                Mit dem Führungstor wurde es ein anderes Spiel. Neckarrems lockerte zunächst die Abwehr und löste sie mit schwindender Spielzeit weitgehend auf, sodass sich zwangsläufig auch Konterchancen für den SSV ergaben. Die erste Großchance zum 2:0 vergab Simon Dilger, die zweite nutzte dann Aaron Akhabue – der junge und in der zweiten Halbzeit eingewechselte Stürmer hatte schon vor zwei Wochen gegen Tübingen ebenfalls in der Nachspielzeit den Sack zugemacht.

Sieben Punkte aus drei Spielen – nach ertragsarmen Wochen im September und Oktober hat Ehingen-Süd zuletzt wieder kräftig geerntet. Da noch ein Rückrundenspieltag vor der Winterpause aussteht, könnten noch drei Zähler dazukommen. Letzter Gegner von Ehingen-Süd im Jahr 2019 ist der TSV Essingen, für den die Saison bisher ein Auf und Ab ist. Vor zwei Wochen hatten die hoch eingeschätzten Essinger Calcio Leinfelden-Echterdingen 4:0 geschlagen, nun gab es ein 0:3 in Hollenbach. Der FSV ist nun seit sieben Spielen ungeschlagen, zuletzt reihte man vier Siege in Folge, drei davon mit mindestens drei Toren Unterschied. Doch so eindeutig waren die Kräfteverhältnisse im Spiel gegen Essingen über weite Strecken nicht. „Fußball ist manchmal brutal, das 0:3 fühlt sich extrem bitter an“, sagte TSV-Trainer Beniamino Molinari. „Wir haben 70 Minuten mindestens auf Augenhöhe gespielt und verlieren dann so knallhart.“

Wie Ehingen-Süd traf auch Hollenbach spät, das 1:0 durch Manuel Hofmann in der 68. Minute, das 2:0 durch Jonas Limbach in der 80. und das 3:0 durch Michael Kleinschrodt in der 92. Minute. FSV-Trainer Martin Kleinschrodt war’s egal. „Ich bin dieses Mal wirklich zufrieden. Die Essinger haben sehr viel mit langen Bällen gespielt, aber wir haben es angenommen. Es geht eben nicht immer nur mit Kicken.“

Unterm Strich geht es vor allem um Tore und da haderten die Trainer des TSV Berg, Oliver Ofentausek, und des FC Wangen, Adrian Philipp, am Wochenende mit ihren Spielern. Berg kam beim neuen Schlusslicht Fellbach nicht über ein 0:0 hinaus und bewegt sich damit nahe der Abstiegszone (Ofentausek: „Wenn man kein Tore schießt, gewinnt man keine Spiele“). Auf einem Abstiegsplatz steht unverändert der FC Wangen, der in Sindelfingen lange Zeit führte und zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich kassierte. „Wir haben wieder einmal brutal viel investiert, aber was dann rauskommt, ist für uns gerade zu wenig“, so Philipp. (aw)

Hollenbach gewinnt beim VfB Neckarrems deutlich und erobert den zweiten Tabellenplatz zurück

Der FSV Hollenbach hat sich den zweiten Platz in der Verbandsliga wieder zurück erobert. Am Samstag gelang ein deutlicher 6:2-Sieg beim VfB Neckarrems. Die Konkurrenten SSV Ehingen-Süd (1:1 gegen Wangen) und Normannia Gmünd (1:1 gegen Rutesheim) spielten wie Spitzenreiter TSG Backnang nur unentschieden.
„Es war heute mit Sicherheit eine überragende Leistung von uns. Eine geschlossene Mannschaftsleistung. Ich denke eines unserer besten Spiele überhaupt“, sagte Manager Karl-Heinz Sprügel. „Leider haben wir zwei Tore bekommen, die eigentlich gar nicht hätten sein müssen. Aber bei 6:2 kann man sich das dann erlauben.“ Vom Neckarremser Trainer Markus Koch gab es ein Lob. „Es war nicht der Hollenbacher Fußball der vergangenen Jahre, es ist schon eine sehr positive Entwicklung. In der Spielkultur haben sie das astrein gemacht und uns dementsprechend auch vor Schwierigkeiten gestellt“, sagte er. „Ich kann nicht sagen, dass der Sieg zu hoch war, aber zu einfach.“ Dabei hatte auch seine Mannschaft noch einige gute Möglichkeiten liegen lassen.
Die Hollenbacher legten einen Blitzstart hin. Schon in der zweiten Minute zirkelte Samuel Schmitt einen Freistoß zur 1:0-Führung in den Winkel. In der 16. Minute legte der FSV bereits nach, Noah Krieger setzte sich außen durch, legte in die Mitte und wieder Schmitt schloss zum 2:0 ab. Die Gäste ließen nun aber nicht locker, ließen den Ball weiter gut in den eigenen Reihen laufen. Nun kam aber auch Neckarrems zu einer Möglichkeit. Viktor Ribeiro lief durch, doch der Abschluss von Robin Slawig (28.) war zu harmlos. Vor dem 3:0 ging es nach einem abgefangenen Ball dann ganz schnell und Krieger (29.) schloss zum 3:0 ab. Dabei blieb es erstmal auch bis zur Pause.
„Die ersten zehn Minuten dachte ich, wir kommen mit dem Druck nicht klar aber dann haben sie sich aus dem Druck gelöst und wir haben Räume gehabt und die haben wir super ausgespielt. In der ersten Halbzeit waren wir eiskalt. Das ist eine Klasse, die mir gefällt“, sagte FSV-Trainer Martin Kleinschrodt zufrieden. Neckarrems fand auch nach der Pause kein Mittel, die spielfreudigen Hollenbacher in den Griff zu bekommen und zu bremsen. Und schon in der 56. Minute folgte der nächste Dämpfer. Noah Krieger traf zum 4:0. Auch dieser Treffer war schnell von hinten herausgespielt. Nur zwei Minuten später traf dann auch der VfB. Carmine Pescione erzielte aus 16 Metern das 1:4. Doch Hollenbach blieb dran. In der 67. Minute kam dann auch Arne Schülke nach seiner langen Verletzungszeit zu seinem Comeback. In der 78. Minute steuerte dann Michael Kleinschrodt das 5:1 bei. Wieder nur nach einer Minute gelang Pescione das 2:5.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Baris Yerlikaya in der 87. Minute. „Es hat sich abgezeichnet, dass der Trend wieder nach oben geht. Wir haben immer nicht schlecht gespielt aber nichts geholt. Jetzt kommt die Effizienz. Wir stellen die Fehler ab und nun kommt auch das heraus, dass auch das was wir die ganze Saison versuchen jetzt greift“, sagte Kleinschrodt.

Homepage FSV Hollenbach / 17.11.2019

Filder-Zeitung / Susanne Degel / 11.11.19 11:30 Uhr

 

Der Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen besiegt den VfB Neckarrems mit 3:2 und ist dabei deutlich überlegener, als es das knappe Ergebnis vermuten lässt. Nun folgt für den Filderclub eine wegweisende Aufgabe.

Francesco Die Frisco zeigte sich nach dem Schlusspfiff am gestrigen Sonntagnachmittag zufrieden. Sehr zufrieden sogar. „Das ist ein absolut verdienter Sieg. Meine Jungs haben super gespielt“, sagte der Trainer der Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen nach deren 3:2-Erfolg gegen den VfB Neckarrems. Das knappe Ergebnis täuscht dabei über die eigentliche Überlegenheit der Platzherren hinweg, die durch ihren nunmehr sechsten Saisonsieg den Sprung ins obere Tabellendrittel geschafft haben.

Der Spielverlauf

Bereits von der ersten Minute an entwickelte sich ein munteres Spiel auf dem Kunstrasenplatz in den Goldäckern. Gefällig Kombinationen gab es hüben wie drüben zu sehen, wobei die ganz klaren Torchancen zunächst ausblieben – allerdings nicht lange. Nach Zuspiel von Sascha Häcker war es der für den verletzten Kapitän Shaban Ismaili in die Startelf gerückte Gökhan Gümüssu, der das 1:0 für Calcio erzielte (17.). Die Gäste zeigten sich keinesfalls geschockt und versuchten immer wieder über die Außen ihre Stürmer Carmine Pescione und Nesredinne Kenniche in Szene zu setzen – ohne Erfolg.

Beide Neckarremser Treffer resultierten aus ruhenden Bällen. Erst durch Eugenio Del Genio, der einen von Gümüssu verschuldeten Freistoß an der Calcio-Mauer vorbei in die Maschen setzte. Dann durch Pescione, einen Foulelfmeter zum neuerlichen Anschluss verwandelte. In beiden Fällen hatten die Echterdinger den Ball nicht klären können. „Das waren doofe Tore“, sagte Di Frisco. Jeweils zuvor hatte erst Bastian Joas ebenfalls einen Foulelfmeter zum 2:0 verwandelt (34.) und Sascha Häcker nach Vorlage von Joas das 3:1 für die Gastgeber erzielt (58.).

Die Stärken von Calcio

Nach Balleroberung folgte ein schnelles Umschalten aller Akteure nach vorne, nach Ballverlust eine ebenso schnelle Orientierung nach hinten. Überdies stand die Dreier-Abwehrkette um den starken Innenverteidiger Josip Pranjic kompakt und sicher, sodass den Gästen aus dem Spiel heraus wenig gelang.

Das Manko von Calcio

Das war an diesem Nachmittag einmal mehr die Chancenverwertung, die auch Schuld war, dass die Echterdinger am Ende doch noch um die drei Punkte zittern mussten. Häcker, der nach einer Hereingabe von Joas einen Schritt zu spät kam (52.),und Joas selbst, der alleine auf den Gästekeeper zulief und sich dann den Ball ein wenig zu weit vor die eigenen Füße legte (71.), hätten mit ihren Großchancen den Sack frühzeitig zumachen können.

Der Keeper von Calcio

Über zu viel Arbeit konnte sich Henning Bortels gestern wahrlich nicht beklagen. Bei den beiden Gegentoren war er machtlos, bei einem Schuss von Kenniche rettete die Latte (44.). Erst in der Schlussminute durfte und musste er seine Klasse zeigen – und verhinderte mit einem überragenden Reflex das mögliche 3:3. Der eingewechselte Emanuel Popescu hatte aus kurzer Distanz in die untere linke Ecke abgezogen. Den Nachschuss von Viktor Ribeiro klärte schließlich Josip Biljeskovic auf der Linie.

Ausblick

Mit dem Auswärtsspiel beim TSV Essingen wartet auf die Echterdinger am nächsten Samstag sicherlich eine deutlich schwierigere Aufgabe als jene am gestrigen Sonntag. Mit einem Sieg gegen den Meisterschaftsmitfavoriten, der aktuell einen Platz und einen Punkt hinter dem Filderclub rangiert, könnte sich Calcio im oberen Tabellendrittel einnisten und sogar noch den einen oder anderen Platz gutmachen.

Backnanger Kreiszeitung/Simon Ferber/14.10.19

 

Backnanger Fußballer bezwingen in der Verbandsliga zu Hause den VfB Neckarrems mit 1:0

Die Verbandsliga-Fußballer der TSG Backnang haben ihr Heimspiel gegen den VfB Neckarrems knapp mit 1:0 gewonnen und grüßen somit weiterhin von der Tabellenspitze. In einer sehr offenen Begegnung hat wieder einmal TSG-Torgarant Mario Marinic für den entscheidenden Treffer gesorgt.

Eine punktgenaue Hereingabe von Shqiprim Binakaj und die Torjägerqualität eines Mario Marinic sorgten in der 49. Minute für den Treffer des Tages. Dass der Tabellenführer aus dem Murrtal letztlich siegreich vom Platz geht, war für die 350 Zuschauer im Etzwiesenstadion vor allem nach Ende der ersten Halbzeit noch nicht auszumalen. Begonnen hatte die Begegnung mit relativ wenig Spannung. Auf dem seifigen Untergrund rutschten einige Akteure beider Mannschaften oft aus, viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Aufbauspiel kamen hinzu. Zur ersten nennenswerten Tormöglichkeit dauerte es bis zur Mitte des ersten Durchgangs. Einen scharf getretenen Biyik-Freistoß verpasste Bauer dank der Wachsamkeit der Neckarremser Abwehr nur knapp. Kurze Zeit später hatte Carmine Pescione auf der anderen Seite fast das Führungstor auf dem Fuß. Ein zu schwach gespielter Rückpass von Leon Maier auf TSG-Schlussmann Marcel Knauss konnte von diesem gerade noch so vor dem eingelaufenen Pescione geklärt werden. Durch einen weiteren Standard von Biyik kamen die Roten in der 39. Minute dem Führungstreffer gefährlich nahe. Dieses Mal war es Marinic, der mit einem akrobatischen Volleyschuss sein Glück versuchte. Zwischen dem Ball und dem VfB-Gehäuse standen allerdings zu viele Beine im Weg, die den Einschlag verhinderten. Die TSG drückte zunehmend auf den Führungstreffer, die bis dahin beste Torchance hatte aber der Gast aus dem Neckartal. Nach feinem Schnittstellenpass von Kelly Karthein, ließ Kenniche Bauer zunächst ins Leere grätschen und fand im Anschluss in Knauss seinen Meister.

Die vergebene Großchance rächte sich nach dem Seitenwechsel dann sofort in Person von Marinic. Angefangen mit einem starken Sololauf von Jannik Dannhäußer gelangte das Spielgerät zu Binakaj, welcher mit einer Flanke seinen Teamkollegen suchte und, zur Freude der TSG-Anhänger, auch fand. Der erfahrene Angreifer köpfte den Ball clever über den herauslaufenden VfB-Keeper und brachte der Sbonias-Elf die ersehnte Führung. Die Gästemannschaft um Trainer Markus Koch war durch den Rückstand kaum beeindruckt und erarbeitete sich in der Folge immer mehr Spielanteile. Doch sowohl Pesciones Freistoß (52.) als auch Kartheins Fernschuss (65.) wurden durch den stark reagierenden Knauss im Backnanger Tor pariert.Eine Viertelstunde vor Schluss war wieder der TSG-Schlussmann zur Stelle, der dem glücklosen Kenniche einen Schritt voraus war und seinen Kasten sauber hielt. Das sollte bis zum Schlusspfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Daniel Traub auch die letzte Chance sein, sodass es bei dem knappen 1:0 für die TSG blieb. Die Hausherren wahrten zu Hause die weiße Weste und bauten den Vorsprung auf den Zweitplatzierten SSV Ehingen-Süd auf nunmehr sieben Punkte aus. Viel Zeit zum Feiern hatten die Backnanger nach dem Spiel nicht, denn nur kurze Zeit später fand bereits der nächste Termin der Fußballer in Form von der Jubiläums-Gala im Backnanger Bürgerhaus statt.

Ein später Treffer von Okan Housein hat dem FC Wangen den zweiten Sieg im zweiten Saisonheimspiel beschert. Dank des 2:1 (1:0) gegen den VfB Neckarrems steht der FCW in der Fußball-Verbandsliga nach drei Spieltagen blendend da. Mit sieben Punkten belegt die Mannschaft von Trainer Adrian Philipp den sechsten Tabellenplatz. „Am Ende hat die glücklichere Mannschaft gewonnen“, gab Philipp zu. „Kompliment an meine Mannschaft zu sieben Punkten aus drei Spielen“.

Nach wenigen Minuten waren die Hausherren gut in der Partie und gaben durch Mario Vila Boa, der einen halbhohen Ball aus 20 Metern volley traf, den ersten Warnschuss ab. Die Gäste bekamen zunehmend mehr Probleme mit dem Wangener Angriffsspiel, hatten aber dennoch in der 20. Minute im Anschluss eines Eckballs nochmals eine Möglichkeit, aber den schwachen Torschuss klärte Yannick Huber vor der Torlinie. Die Hausherren übernahmen mehr und mehr das Kommando auf dem Feld und waren die spielbestimmende Mannschaft. Neckarrems agierte gegen den Ball ganz schlecht und kam kaum mehr in die Zweikämpfe. Gästetrainer Markus Koch war in dieser Phase überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Mitte des ersten Durchgangs hatten wir richtig Probleme mit dem Spiel von Wangen.“

Vila Boa verletzt sich, Heinzelmann gibt Debüt

So war der Führungstreffer für den FC Wangen in der 32. Minute auch verdient. Einen Freistoß von Neckarrems klärte die FC-Abwehr zu Mario Vila Boa, der im Mittelfeld Fahrt aufnahm und einen klasse Pass zu Simon Wetzel spielte, der Kapitän umkurvte seinen Gegenspieler und schob eiskalt links unten zum 1:0 ein. In dieser Situation zog sich Vila Boa eine Muskelverletzung zu und musste schon früh vom Feld. „Die Verletzung von Mario ist natürlich sehr ärgerlich, aber das ist die Folge, dass wir aktuell immer wieder Spieler einsetzen müssen, die eigentlich nicht fit sind“, erklärte Philipp nach der Partie. So kam nach einer guten halben Stunde Neuzugang Joachim Heinzelmann (vom SV Wolfegg) zu seinem Verbandsligadebüt. Wangen blieb weiterhin die tonangebende Mannschaft und hatte durch Wetzel und Okan Housein noch zwei gefährliche Abschlüsse aus rund 20 Metern, die aber beide der Neckarremser Schlussmann Luis Miguel Rodrigues Loucao zu entschärfen wusste. Kurz vor der Pause hatte der FC das Glück auf seiner Seite, als Neckarrems’ Stürmer Carmine Pescione scheinbar am Fuß getroffen wurde, aber die Pfeife des Unparteiischen stumm blieb.

Nach Wiederanpfiff schien der FC Wangen alles im Griff zu haben. Nach knapp einer Stunde verloren die Gastgeber, zum Unverständnis ihres Trainers, völlig die Ordnung in der Defensive: „Wir haben die Bälle viel zu einfach hergeschenkt und Neckarrems zurück ins Spiel gebracht.“ In der 67. Spielminute bedankten sich die Gäste für die Wangener Passivität, Viktor Ribeiro wurde auf der rechten Seite nicht energisch genug beim Flanken gehindert, Micha-Colin Läubin hatte am langen Pfosten alle Zeit der Welt, legte überlegt an den Elfmeterpunkt zurück und aus dem Rückraum vollendete Sebastian Rief sicher zum 1:1. Fortan beherrschten die Gäste das Spielgeschehen und waren dem Siegtreffer näher.

Dennoch gelang dem FC Wangen in der 85. Minute der Lucky Punch. Der eingewechselte Patrick Kramer dribbelte mit dem Ball über die linke Seite in den Strafraum, seinen Pass vors Tor ließ Neckarrems’ Torhüter abklatschen, Housein stand goldrichtig und traf im zweiten Versuch zum 2:1-Siegtreffer. In der Nachspielzeit hatten die Hausherren noch eine Freistoßsituation zu überstehen, der Schuss von Pescione landete aber in der Mauer und der zweite Wangener Heimsieg im zweiten Heimspiel war perfekt. Neckarrems’ Trainer Koch war nach dem Spiel restlos bedient: „Wir haben in der zweiten Spielhälfte ein anderes Gesicht gezeigt und waren auf dem Weg das Spiel zu drehen, aber eine Unachtsamkeit kostet uns am Ende zumindest einen Punkt.“

Ganz anders natürlich die Stimmung bei seinem Gegenüber Adrian Philipp, der sich mit seiner Mannschaft in die obere Tabellenhälfte befördert hat: „Im ersten Durchgang haben wir mit Ball ein sehr gutes Spiel gezeigt und hatten auch nach dem 1:0 noch gute Abschlusssituationen. Der Ausgleich nach der Pause war dann verdient, aber am Ende hatte wir das Glück auf unserer Seite.“

Der VfL Sindelfingen hat einen klassischen Fehlstart hingelegt. Zum Auftakt der Fußball-Verbandsliga verlieren die Blau-Weißen beim VfB Neckarrems mit 1:4. "Der VfB hat nach dem Führungstor die größere Mentalität auf den Platz gebracht", sagte Trainer Tobias Winter.

Während der VfL mit dem 6:0 im WFV-Pokal beim TV Darmsheim im Rücken zum ersten Verbandsliga-Punktspiel fuhr, musste der VfB Neckarrems eine 0:2-Pleite beim Landesligisten TSV Crailsheim verarbeiten. Entsprechend selbstbewusst begann der VfL, der lediglich mit den zwei Neuzugängen Mark Hetzel und Fabian Rupp begann. Ihn hatte Tobias Winter am Freitag zum Kapitän bestimmt.

Sindelfingen ließ Ball und Gegner laufen. Aber in der 17. Minute gab es den ersten Nackenschlag für die Blau-Weißen. Nach einem zu kurz abgewehrten Eckball fasste sich Nesreddine Kenniche ein Herz und drosch die Kugel ins Tor. David Kocyba, der den Vorzug vor Michael Walz bekommen hatte, war machtlos.

"Dieser Treffer hat das Spiel verändert. Neckarrems hat eine breite Brust bekommen und stand fortan sehr kompakt ", sagte Trainer Tobias Winter. Der VfL hatte weiter mehr Ballbesitz. doch zwingend war das nicht. Oliver Glotzmann, Top-Torjäger in der vergangenen Saison, hatte gegen den hochgewachsenen Pero Mamic einen schweren Stand. Konnte sich Glotzmann einmal gegen ihn durchsetzen, war ein andere Neckarremser Abwehrspieler zur Stelle. Ein verlorenes Kopfballduell von Ender Özcan leitete den zweiten VfB-Treffer ein. Robin Slawig sagte Danke und setzte den Ball aus halblinker Position ins lange Eck. Kocyba war erneut geschlagen. Sein Gegenüber Loucao Rodrigues musste vor der Pause nur einmal gegen Florian Feigl retten. Dessen Schuss drehte der VfB-Torhüter noch um den Pfosten. Nach der anschließenden Ecke köpfte Alexander Wetsch die Kugel knapp übers Neckaremser Tor.

Tobias Winter reagierte in der Pause. Für Andre Simao, der seine Schnelligkeit gegen die vielbeinige VfB-Abwehr nicht ausspielen konnte, kam Lars Jäger. Acht Minuten später musste Winter noch mal wechseln. Marc Hezel klagte über Schwindel und wurde von Betreuer Wolfgang Sturm behandelt. Als Hezel kurze Zeit später von Lars Jäger angeschossen wurde, war für den Ex-Böblinger endgültig Schluss. Für Hezel kam Pablo Perez in die Partie. Der VfL versuchte alles, um den Anschlusstreffer zu erzielt. "Tobias Winter: "Das ist ein schmaler Grat, wenn man zu viel riskiert, geht der Schuss nach hinten los." So wie am Samstag in Neckarrems. In der 78. Minute traf Viktor Ribeiro nach einem feinen Solo zum 3:0. Kurze Zeit später flammte Hoffnung beim VfL auf. Nach einem Foul an Lars Jäger pfiff Schiedsrichter Danny Kapell Elfmeter. Florian Feigl trat an und traf 1:3(81. Minute).

Sindelfingen mühte sich weiter, doch den letzten Treffer erzielte Neckarrems. Nesreddine Kenniche schnürte kurz vor dem Abpfiff seinen Doppelpack zum 4:1. Tobias Winter war bedient: "Bei den letzten beiden Toren haben wir es Neckarrems zu leicht gemacht." Viel Zeit die Wunden zu lecken, bleibt den Blau-Weißen nicht. Bereits am Mittwoch geht es im Pokal beim Landesligisten FC Holzhausen weiter.